Kraniche gelten als Symbole für Glück, Langlebigkeit, Weisheit, Treue und Frieden. Die gegenwärtige Kälte führt dazu, dass sich bei den Zugvögeln eine neue Reisewelle abzeichnet. Das ist nicht ungewöhnlich.
Nicht nur Menschen sind in diesen Weihnachtstagen unterwegs. Wie der Naturschutzbund NABU am Freitag mitteilte, führt die gegenwärtige Kälte dazu, dass rund einen Monat nach Ende der Hauptreisezeit noch einmal Tausende weitere Kraniche Richtung Frankreich und Spanien aufgebrochen sind. Sehr hilfreich dafür: ein günstiger Rückenwind für den Weg nach Süden.
Wie der NABU weiter mitteilte, sind die Vögel vor allem auf einem Flugkorridor über NRW und auf der Linie Hessen-Rheinland Pfalz-Saarland zu beobachten. “Die Temperaturen machen den Kranichen weniger aus als kleinen Vögeln; erst bei einer dicken Schneedecke hätten sie Probleme, an Nahrung zu gelangen”, erläutert NABU-Sprecher Helge May. “Die sogenannte Winterflucht ist eher eine Vorsichtsmaßnahme, denn oft folgt auf einen Temperatureinbruch ja auch Schnee.”
Die meisten Kraniche werden nach Informationen der Vogelexperten nicht bis nach Spanien durchfliegen und stattdessen in Tagesreiseentfernung milde Regionen in Frankreich aufsuchen. “Wird es erneut wärmer, kann es sein, dass sie noch im Winter wieder nach Deutschland zurückkehren.”
Aufgrund des Klimawandels schlagen mehr und mehr Kraniche ihr Winterquartier in Deutschland auf. Afrika wird von den über 400.000 sogenannten Westziehern schon einige Zeit nicht mehr angeflogen. Der größte Teil überwintert in Spanien, zunehmend auch in Frankreich.
“Bei uns hielten sich vor Weihnachten noch mehrere zehntausend Kraniche auf, darunter rund 15.000 in der Diepholzer Moorniederung”, erläutert May. “Wie lange die Winterflucht anhält, ist schwer vorherzusagen. Ein Blick nach oben lohnt sich zwischen den Jahren aber auf jeden Fall.”