Weidetierhalter in Niedersachsen wollen am „Tag des Wolfes“ am 30. April mit Botschaften und Videos im Internet für ein „aktives Bestandsmanagement“ und mehr Abschüsse von Wölfen werben. Am 25. Mai seien dann „europaweite Mahn- und Solidarfeuer pro Weidetierhaltung“ geplant, teilte das Landvolk Niedersachsen am Donnerstag mit. Der „Tag des Wolfes“ geht auf eine Initiative des Naturschutzbundes Nabu zurück, er wurde erstmals 2013 ausgerufen.
In der Wolfspolitik herrsche „wieder einmal Stillstand“, beklagte der Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement und Landvolk-Vize Jörn Ehlers. „Unsere Weidetierhalter erreichen finanziell, aber vor allem emotional ihre Grenzen. Trotzdem werden sie nicht müde, mit Aktionen auf ihre Situation aufmerksam zu machen.“
Bei seinem neuerlichen Vorstoß sieht sich das Landvolk im Einklang mit niedersächsischen Landräten. „Genauso wie wir sieht der Niedersächsische Landkreistag dringenden Handlungsbedarf und fordert eine effektive Wolfspolitik, weil die vielen Wolfsangriffe auf Weidetiere nicht nur die Tierhalter belasten, sondern auch für Verunsicherung der Bevölkerung im ländlichen Raum sorgen“, sagte Ehlers. Der Landkreistag habe erkannt, „dass bloße passive Schutzmaßnahmen, wie Zäune oder Entschädigungszahlungen, nicht mehr ausreichen“.
In Niedersachsen leben nach Angaben der Landesjägerschaft 51 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und drei residente Einzelwölfe in freier Wildbahn.