LEMGO – Der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends, hat mehr Anstrengungen für eine weltweite Grundversorgung mit Wasser angemahnt. Zwar sei der Zugang zu sauberem Trinkwasser inzwischen als Menschenrecht anerkannt worden, sagte der oberste Repräsentant der Lippischen Landeskirche in Lemgo beim gemeinsamen Empfang der Lippischen Landeskirche und des Erzbistums Paderborn. Doch noch immer hätten weltweit fast 850 Millionen Menschen keinen freien Zugang. Wasser dürfe nicht Einzelnen gehören, sondern sei Gemeingut der Schöpfung und damit auch der Menschen, unterstrich der Theologe.
„Für uns ist Wasser eine Selbstverständlichkeit“, so Dietmar
Arends. Jedoch nutzten wir auch Wasser aus anderen Ländern dieser Welt: „Durch die Produkte, die wir konsumieren, verbrauchen wir zugleich Wasser dort, wo diese Produkte produziert werden. Berühmt ist das Kilogramm Rindfleisch, das, bis es bei uns auf dem Tisch landet, 16 000 Liter Wasser verbraucht hat.“ Der Theologe rief dazu auf, auch bei der Lebensweise und dem Konsum hierzulande den Verbrauch von Wasser mit in den Blick zu nehmen.
Jeder dritte Mensch lebe ohne sanitäre Einrichtungen, sagte
Arends weiter. Etwa 3,5 Millionen Menschen, fast die Hälfte davon Kinder, würden jährlich an den Folgen von Krankheiten sterben, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. „Durch die Produkte, die wir konsumieren, verbrauchen wir zugleich Wasser dort, wo diese Produkte produziert wurden“, mahnte er.
Das Erntedankfest erinnere daran, dass der Grund und Boden dem Schöpfer gehöre, sagte
Arends. Daher könnten Land und Wasser nie auf Dauer einzelnen Menschen gehören, schon gar nicht, um damit Geschäfte zu machen. Boden könne Menschen immer nur zur Nutzung gegeben werden, nicht zum Besitz, unterstrich Arends. Für ihn bündelten sich die verschiedenen Aspekte zum Thema Wasser in einem Gedanken aus dem Glauben heraus: „Wasser ist Gottesgeschenk.“
Zum Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche konnten Landessuperintendent Arends und Dechant Klaus Fussy etwa 80 Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft im Gemeindezentrum der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde St. Johann in Lemgo begrüßen.
„Wenn wir so über Wasser nachdenken, geht es uns hier sehr gut“, fasste es Klaus Fussy zum Abschluss der Beschäftigung mit dem Thema Wasser zusammen: „Aber wir sind verstrickt in weltweite Zusammenhänge." UK/epd
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Wasser ist ein Gottesgeschenk
Beim Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche ging es um die gerechte Verteilung von Ressourcen weltweit
