Wald als Schwamm: Landesforsten wollen Wasser länger im Harz halten

Die Niedersächsischen Landesforsten erproben im Harz neue Verfahren zum Schutz vor Hochwasser und Trockenheitsschäden. Das Pilotvorhaben „Wald als Schwamm“ im Forstamt Riefensbeek (Landkreis Göttingen) will Niederschlagswasser möglichst lange im Wald halten und dort versickern lassen, wie der Landesbetrieb am Mittwoch mitteilte. Ziel des Projekts sei einerseits, die Auswirkungen von Starkregenereignissen in Tälern abzumildern. Andererseits solle der Waldboden mehr Wasser speichern und Trockenphasen als Folge des Klimawandels besser bewältigen.

Bei dem Vorhaben nimmt das Waldwegenetz den Angaben zufolge eine Schlüsselfunktion ein: Die wegebegleitenden Gräben leiten Wasser aus dem Wald ab, das sonst im Boden versickern würde. Wegebau-Fachleute und Waldökologen testeten derzeit unterschiedliche Bauwerke und Wasserführungen, hieß es weiter. Sie sollen den Wasserabfluss insbesondere nach Starkregen und während der Schneeschmelze dämpfen. So blieben größere Mengen Wasser im Wald zurück.

Gleichzeitig sollen die geplanten und teils bereits angelaufenen baulichen Veränderungen zur Grundwasser-Neubildung beitragen. Statt rasch abzufließen, soll mehr Niederschlag im Boden versickern. Zusätzlich förderten stehende Wasserflächen - angelegt als Tümpel entlang der Wegegräben - den Natur- und Artenschutz: Sie bildeten neuen Lebensraum für Frösche, Feuersalamander oder Libellen. Diese sogenannten Wassertaschen blieben über längere Zeit gefüllt, und Schwebstoffe im Wasser könnten sich dort absetzen.

Die vom Land Niedersachsen geförderten Erprobungsarbeiten laufen seit Sommer 2025. Auf einer Fläche von rund 288 Hektar haben die Landesforsten bereits verschiedene Techniken ausprobiert und Maßnahmen umgesetzt.

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