Mit dem Voltaire-Preis der Universität Potsdam für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz sind erstmals zwei Persönlichkeiten geehrt worden. Die Auszeichnung teilen sich die belarussische Politologin Olga Shparaga und der äthiopische Geisteswissenschaftler Gerawork Teferra Gizaw. Der Preis wurde nach Universitätsangaben am Mittwoch in Potsdam verliehen und ist in diesem Jahr einmalig mit 10.000 Euro dotiert.
Beide Preisträger setzten sich „in besonderer und doch sehr unterschiedlicher Weise“ für die Freiheit von Forschung und Lehre ein, hieß es zur Begründung. Gizaw, der für Jesuit Worldwide Learning und die Xavier University tätig sei, engagiere sich in herausragender Weise im Kakuma-Flüchtlingslager in Kenia. Er sei der „Inbegriff eines Gelehrten und Humanisten“.
Die politische Philosophin Shparaga gelte als eine der wichtigsten öffentlichen Stimmen der belarussischen Oppositionsbewegung, hieß es. Im Exil werbe sie heute für ein freiheitlich-demokratisches Europa jenseits der Grenzen der Europäischen Union. Sie verbinde Analyse und Forschung „mit unerhört mutigem politischem Engagement“.
Der Voltaire-Preis wird seit 2017 jährlich verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem die türkische Politologin Hilal Alkan, die guatemaltekische Soziologin Gladys Tzul Tzul, der afghanische Philosoph Ahmad Milad Karimi und der ungarische Medienrechtler Gábor Polyák. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro kommt von der Friede-Springer-Stiftung.