Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat den 9. November in der deutschen Geschichte als einen Tag der starken Emotionen bezeichnet. „Schmerz und Trauer über die Schrecken der Pogromnacht stehen der Freude und Dankbarkeit über die wiedergewonnene Einheit und Freiheit gegenüber“, erklärte Voigt am Freitag in Erfurt: „Kaum ein anderes Datum spiegelt die Gegensätze der deutschen Geschichte so deutlich wider wie der 9. November.“
Voigt bezeichnete den 9. November 1938 und die Reichspogromnacht als „Abgrund menschlicher Barbarei“. Mit Blick auf aktuelle Tendenzen sagte er: „Wir dürfen nicht unterschätzen, wie gefährlich moderne Formen des Antisemitismus sind – oft getarnt als vermeintliche Israelkritik.“ Hass und Ignoranz dürften in der Gesellschaft keinen Platz finden. „Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Haltung zu zeigen und an der Seite Israels zu stehen“, sagte Voigt, der vom 9. bis 13. November Israel besucht.
Mit Blick auf den Fall der Berliner Mauer 1989 rief er dazu auf, die Errungenschaften von Freiheit und Einheit zu verteidigen: „Die Mauer war das sichtbare Symbol dafür, ein ganzes Volk einzusperren.“ Die Erfahrung von Freiheit und Neubeginn präge die Menschen in Thüringen bis heute. „Diesen Mut und diese Entschlossenheit brauchen wir auch heute wieder, um für unsere demokratischen Werte, für Offenheit und Zusammenhalt einzutreten“, erklärte der CDU-Politiker.