Online-Rezept und kaum Kontrolle: Der Verkehrssicherheitsrat fordert strengere Regeln für Cannabis-Patienten. Was eine mögliche Gesetzesänderung vorsieht.
Für Patienten, die Cannabis als Medikament nutzen, soll laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ein persönlicher Besuch bei einem Arzt verpflichtend sein. Es habe sich die Praxis etabliert, viele Cannabis-Rezepte online ohne persönliche ärztliche Untersuchung auszustellen, sagte die Organisation am Dienstag in Berlin. Zahlen nannte der DVR aber nicht.
Das sei besonders im Bezug auf den Straßenverkehr ein Problem. "Jede Cannabis-Fahrt ohne ärztliche Kontrolle ist ein rollendes Pulverfass auf unseren Straßen", sagte der Präsident des DVR, Manfred Wirsch. "Kinder auf dem Schulweg, Familien im Berufsverkehr - alle sind gefährdet."
Der Gesundheitsausschuss des Bundestags prüft am Mittwoch eine Änderung des entsprechenden Gesetzes. Demnach würde unter anderem ein persönlicher Besuch bei einem Arzt verpflichtend, bevor die Cannabisblüten verschrieben werden.
Der DVR fordert zudem, dass zuvor alternative Therapien geprüft werden. Auch sollten Patienten über eine mögliche Beeinträchtigung des Straßenverkehrs nach dem Konsum aufgeklärt werden. Zusätzlich sei eine kontinuierliche Betreuung ärztlicherseits sicherzustellen.
Der DVR ist nach eigenen Angaben ein 1969 gegründeter Interessensverband, der sich für die Verbesserung der Verkehrssicherheit einsetzt.