Verein Friedenstunnel lädt zum Kennenlernen des Alevitentums ein

In der Reihe „Religionen laden ein“ lädt der Verein Friedenstunnel in Bremen am 11. Februar um 18 Uhr zum Kennenlernen des Alevitentums ein. Interessierte können in der Gemeinde „Bremen Cemevi“ am Breitenweg 41 an einer Feier zur Fastenzeit zu Ehren des Schutzheiligen Hizir teilnehmen, wie der Verein am Sonntag in Bremen mitteilte.

Jedes Jahr in der zweiten Februarwoche gedenken Aleviten den Angaben zufolge des Schutzpatrons, der nach traditioneller Vorstellung Menschen in Not zu Hilfe eilt. Dabei werde abends eine spezielle Speise (Kavut) aus Weizen und Wasser zubereitet, die über Nacht ruhen müsse. Falls Hizir über Nacht vorbeikomme und ein Zeichen auf der Speise hinterlasse, würden Wünsche erfüllt. Vom 10. bis zum 12. Februar werde tagsüber gefastet. Am Abend würden die vorbereiteten Speisen mit allen Besuchern gemeinsam verspeist.

Die alevitische Lehre entwickelte sich im Mittelalter im Gebiet der heutigen Türkei. Wie im schiitischen Islam spielt der Prophetenschwiegersohn Ali eine besondere Rolle. Daher stammt auch der Name der Glaubensgemeinschaft: Alevit bedeutet Anhänger Alis. Allerdings praktizieren Aleviten ihren Glauben anders als sunnitische oder schiitische Muslime. So fasten sie zum Beispiel nicht im Ramadan, sondern zu anderen Zeiten.

Die Künstlerin Regina Heygster hat mit Unterstützung vieler Partner unter dem Gleisvorfeld des Bremer Hauptbahnhofs vor fast 25 Jahren mit hellen Farben, Licht und Mosaiken den Bremer „Friedenstunnel der Religionen“ gestaltet: An den Seitenwänden hängen Mosaikfriese, die in 135 verschiedenen Sprachen das Wort „Frieden“ zeigen. Ergänzt werden sie von 82 Tafeln mit Friedens- und Weisheitstexten unterschiedlicher Kulturen. LED-Lampen erzeugen einen farbigen Gewölbehimmel. Für das Projekt wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

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