Für Dienstleistungen, die oft günstig oder sogar kostenlos sind, zahlen Verbraucher bei privaten Online-Portalen teils hohe Gebühren. Ein Nachsendeauftrag könne so statt rund 25 Euro mehr als 160 Euro kosten, warnt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ, Kehl) laut einer Mitteilung vom Donnerstag.
Die Zahl der Fälle und der betroffenen Bereiche nehme spürbar zu, sagte die Juristin Karolina Wojtal vom EVZ. Betroffen seien neben Nachsendeaufträgen auch Adressänderungen, Kindergeldanträge, Kirchenaustritte oder Mautvignetten. Die Anbieter kassierten dabei für eine angebliche Abkürzung, die in Wahrheit keine sei, so Wojtal.
Die Portale erscheinen laut EVZ bei der Suche im Internet oft ganz oben, weil ihre Betreiber Werbeplätze kaufen. Ihre professionelle Gestaltung wirke auf Nutzer manchmal glaubwürdiger als die schlichten Webseiten von Behörden. Die Betreiber säßen zudem häufig im europäischen Ausland, was rechtliche Schritte erschwere.
Hohe Preise allein seien nicht illegal, erklärte Wojtal. Irreführend werde es aber, wenn eine Seite den Eindruck erwecke, die offizielle Anlaufstelle einer Behörde zu sein. Verbraucher riskierten nicht nur unnötige Kosten. Teilweise werde die beantragte Leistung gar nicht erbracht – oder eine falsche Einreisegenehmigung führe dazu, dass ein Urlaub platzt.
Das EVZ rät, bei Suchergebnissen auf den Hinweis „Anzeige“ zu achten. Ein Blick ins Impressum entlarve ebenfalls viele Anbieter, denn Behörden firmierten nicht als „GmbH“ oder „S.L.“. Oft helfe es auch, gezielt nach der Webseite der zuständigen lokalen Behörde zu suchen. (3053/27.11.2025)