Für das neue Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung gibt es seitens des Verbands der Gedenkstätten in Deutschland viel Kritik. Es sei intransparent entstanden und lasse bei künftigen Förderungen einige Fragen offen.
Der Verband der Gedenkstätten in Deutschland (VGDF) hat deutliche Kritik am neuen Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung geäußert. Das von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erarbeitete Papier sei intransparent und ohne breiteren Austausch mit den Gedenkstätten entstanden, teilte der Verband am Freitag in Berlin mit.
Zwar begrüßt der VGDF grundsätzlich, dass eine aktualisierte Konzeption zur Förderung von Gedenkstätten vorgelegt wurde, sowie die Weiterführung der Programme “Jugend erinnert” und “Bildungsagenda NS-Unrecht”. Aber der Verband müsse auch feststellen, “dass die Zusage aus dem Koalitionsvertrag der CDU/CSU-SPD-Bundesregierung, die neue Konzeption ‘im Austausch mit den Akteuren’ zu entwickeln, weitgehend missachtet wurde”.
Dazu lasse das Konzept noch konkrete Punkte der künftigen Förderpolitik offen, etwa bei rechtsextremen Angriffen auf Gedenkstätten. Der Verband fordert eine beratende Beteiligung bei der Ausgestaltung der zukünftigen Förderung. Zudem wünscht sich der VGDF Unterstützung bei einem eigenen Aufbau einer bundesweiten Meldestelle für derartige Angriffe.
Ebenso noch Fragen offen lasse die Ausgliederung der Aufarbeitung von Kolonialverbrechen. Eine mögliche Bundesförderung von Gedenk- und Dokumentationsorten zum kolonialen Unrecht soll in einem eigenen, noch zu erstellende Papier behandelt werden. Diese Entscheidung nehme man zur Kenntnis, so der Verband. “Der VGFD erwartet, dass diese ergänzende Konzeption bald und eng mit den entsprechenden Aufarbeitungsinitiativen entwickelt wird.”