Sozialverbände und Politik in Niedersachsen haben anlässlich des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am Dienstag (25. November) zum Hinschauen und Einschreiten aufgerufen. Zudem weisen sie auf Hilfsangebote hin. Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisierte am Montag mit Blick auf den Aktionstag, das neue Gewaltschutzgesetz des Bundes trete erst 2032 und damit viel zu spät vollständig in Kraft.
Das Gesetz verspricht ab 2032 einen Rechtsanspruch auf einen Schutz für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, und bis dahin den entsprechenden Ausbau der Strukturen. Sozialverbände drängen auf eine sichere Finanzierung von Frauenhäusern. Tack forderte das Land Niedersachsen auf, entschlossen zu handeln, „damit Schutzräume gesichert, Beratung gestärkt sowie Prävention und Täterarbeit ausgebaut werden“.
„Jede Gewalttat ist eine Tat zu viel“, sagte auch Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Auch 2024 ist die Zahl der weiblichen Opfer von Gewalt in Partnerschaften im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen.“ Er verwies auf die verschiedenen Beratungsangebote. „Wir von der Diakonie in Niedersachsen möchten Betroffene dazu ermutigen, diese Beratungsangebote anzunehmen und sich Hilfe zu suchen.“
Aus dem niedersächsischen Sozialministerium hieß es, Gewalt gegen Frauen habe viele Facetten. Fast jeden Tag finde in Deutschland ein Femizid statt, alle zwei Tage töte ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. 90 Prozent der jungen Frauen empfänden starke bis extreme Angst, wenn sie nachts unbekannten Männern begegneten.