Joe Biden kann im aktuellen Wahlkampf nicht auf Unterstützung aus den Reihen seiner Kirche bauen. Im Gegenteil: Ein katholischer Bischof greift ihn bei einem öffentlichen Auftritt mit abfälligen Bemerkungen an.
Ein katholischer Bischof aus dem US-Bundesstaat Michigan hegt ernste Zweifel an den geistigen Fähigkeiten von Präsident Joe Biden (81). Nach Angaben des “National Catholic Reporter” (Donnerstag Ortszeit) bezeichnete Bischof Robert Dwayne Gruss (68) von Saginaw im US-Bundesstaat Michigan das Staatsoberhaupt in einer öffentlichen Rede als intellektuell beschränkt. “Ich habe keine Wut auf den Präsidenten. Es tut mir leid für ihn. Er ist einfach dumm”, so Gruss. Obwohl Biden Katholik sei, fehlten ihm die Kapazitäten, um den katholischen Glauben zu verstehen.
Während etliche Zuhörer mit Gelächter auf die Worte des Bischofs reagierten, kritisierte der Jesuit und Journalist Thomas Reese die Einlassungen. Es gehöre sich einfach nicht, den Präsidenten der Vereinigten Staaten vor Publikum als dumm zu bezeichnen.
Vor allem der Streit über das Thema Abtreibung hat zuletzt immer wieder zu Spannungen zwischen den Bischöfen und Biden geführt. Der Regierungschef tritt für liberalere Regelungen bei Schwangerschaftsabbrüchen ein. Die katholische Kirche in den USA lehnt das strikt ab.
Zahlreiche Aussetzer und Versprecher bei öffentlichen Auftritten ließen überdies Zweifel aufkommen, ob der amtierende Präsident einer möglichen zweiten Amtszeit gewachsen ist. Sein Gegenspieler Donald Trump nutzt dies im aktuellen Wahlkampf für persönliche Angriffe. “Ein Kandidat ist zu alt und geistig ungeeignet, um Präsident zu sein. Der andere bin ich”, sagte der 77-Jährige Trump kürzlich über seinen Konkurrenten.