Die Zahl unbegleiteter minderjähriger Bootsmigranten, die auf der sogenannten Algerienroute ihr Leben verloren, hat sich in den ersten sechs Monaten 2023 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef starben in diesem Zeitraum 289 Kinder und Jugendliche; das sind durchschnittlich elf Jungen und Mädchen pro Woche, wie die "Mallorca-Zeitung" (Montag) berichtet. Zwischen 2018 und 2022 hätten die Behörden insgesamt 1.583 Todesopfer auf dieser Route registriert.
Im laufenden Jahr kamen mehr unbegleitete Minderjährige als in den Vorjahren auf Mallorca und den Nachbarinseln per Boot an, wie Statistiken der Vereinten Nationen anlässlich des Internationalen Tags der Migranten an diesem Montag zeigen. Vor allem Jungen begeben sich demnach allein auf die monatelange lebensgefährliche Reise. Immer mehr Menschen aus Regionen südlich der Sahara kämen über die Algerienroute, hieß es. Bis zur Balearenküste dauere die lebensgefährliche Reise bis zu acht Monate.
2023 hätten bisher rund 1.700 Migranten die Balearen erreicht, gegenüber 2.637 im gesamten vergangenen Jahr. Wie 2022 könne das milde Wetter im Dezember die Zahl bis zum Jahresende noch einmal ansteigen lassen, so der Bericht.
Laut Behördenangaben hat sich das Profil der Migranten in den vergangenen Jahren verändert: Die Mehrheit derjenigen, die mit dem Boot kommen, sind nach wie vor Algerier, es sind aber immer mehr Menschen aus Ländern südlich der Sahara dabei. Laut Angaben des Inselrats sind im Vergleich zu 2022 aktuell 42 Prozent mehr unbegleitete Minderjährige mit Migrationshintergrund auf Mallorca gelandet.