Die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Universität Gießen führt wieder ein Weihnachtsspiel auf. In diesem Jahr ist es die „Comedi von der freudenreichen Geburt Jesu Christi“ aus dem Jahr 1568 – und alles andere als ein heimeliges Krippenspiel, wie die Uni Gießen mitteilte. In dem Stück werde etwa die Frage verhandelt, wer die Konsequenzen unmoralischer Befehle trage oder ob es eine allgemeine Verantwortung für die Armenfürsorge gebe.
Es gehe um soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung Unterlegener, Machtversessenheit, Mitläufertum, sinnlose Gewalt. Dennoch sei das Stück weihnachtlich, sagte die Germanistik-Professorin Cora Dietl, „wenn man Weihnachten ernst nimmt als den ersten Schritt zur Erlösung einer Welt, die die Erlösung ernsthaft nötig hat“. Auf der Internetseite der Universität warnt die Theatergruppe, dass das Stück wegen Gewaltdarstellungen nicht für Kinder geeignet sei.
Premiere ist am 4. Dezember um 19 Uhr in der Pankratiuskapelle in Gießen. Am 6. Dezember um 16 Uhr folgt eine weitere Aufführung in der Hospitalkirche in Grünberg. Die Theatergruppe um die Gießener Literaturhistorikerin Cora Dietl führt seit 2007 regelmäßig Weihnachtsstücke auf, die den Zuschauern das Mittelalter und die Frühe Neuzeit näherbringen.