Carsten Rentzing tritt als sächsischer Landesbischof zurück. Das war unausweichlich. Und, um es es glasklar zu sagen: unausweichlich nicht etwa, weil Rentzing als so ziemlich letzter leitender Theologe einer evangelischen Landeskirche stramm konservative Positionen vertritt – etwa bei Abtreibung oder gleichgeschlechtlicher Ehe. Auch nicht, weil er Mitglied einer schlagenden Verbindung war.
Das allein mag zwar für viele in der evangelischen Kirche schon ein rotes Tuch gewesen sein. Aber das wären keine Gründe für eine Rücktrittsforderung. Auch konservative Haltungen, im politischen Koordinatensystem als „rechts“ bezeichnet, müssen in der Kirche Platz haben.
Keinen Platz haben dürfen jedoch rechtsextreme Einstellungen. Und genau die sind offenbar mindestens in der Vergangenheit Rentzings aufgetaucht. Bis zuletzt hat er sich nicht klar davon distanziert. Das ist untragbar. Die Kirche kann nicht nur von anderen fordern, das Richtige zu tun. Sie muss auch und zuallererst vor der eigenen Tür kehren.
