In Sachsen-Anhalt soll künftig die Wärme aus Flüssen und Seen als umweltfreundliche Energiequelle genutzt werden. Deshalb sprach sich Landesumweltminister Armin Willingmann (SPD) auf der Umweltministerkonferenz in Saarbrücken für die Förderung innovativer Pilot- und Demonstrationsvorhaben aus, teilte das Ministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Ein erstes Projekt könnte in Tangermünde (Altmark) starten, wo die Stadt mithilfe einer Flusswärmepumpe aus dem Wasser der Elbe Wärme gewinnen und für die Versorgung von Häusern und Wohnungen einsetzen möchte.
„Die Nutzung von Wärme aus Flüssen und Seen bietet großes Potenzial für die Wärmewende“, sagte Umwelt- und Energieminister Willingmann. Viele Städte in Sachsen-Anhalt lägen an Flüssen und „könnten daher mit Flusswärmepumpen eine dezentrale, erneuerbare Wärmeversorgung aufbauen.“ Deshalb unterstütze Sachsen-Anhalt auf der Umweltministerkonferenz den von Niedersachsen eingebrachten Antrag, dass der Bund ein Förderprogramm für diese Vorhaben auflegt. Ziel sei es, die ökologisch verträgliche Nutzung von Gewässern zur Wärmegewinnung in der Praxis weiter zu erproben und wissenschaftlich zu begleiten. Auch sollen einheitliche Leitlinien für Genehmigung, Standortwahl und Betrieb erarbeitet werden.
Nach Auskunft des Umweltministeriums in Magdeburg gebe es bundesweit rund 70 Projektideen zur Nutzung von Gewässerthermie. Hemmnisse bestünden vor allem in komplexen Genehmigungsverfahren, unklaren Rechtsgrundlagen und hohen Investitionskosten.