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Umfrage: Mehr als die Hälfte nutzt täglich lokale Medien

Mehr als die Hälfte der Menschen nutzt laut einer Befragung im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) täglich lokale Medien. Dies zahle „direkt auf unsere Demokratie ein“, teilte die BLM am Dienstag in München mit. Wer regelmäßig lokale Medien lese, höre oder sehe, vertraue der Studie zufolge Institutionen stärker, fühle sich besser informiert und erlebe mehr Zusammenhalt.

BLM-Präsident Thorsten Schmiege sagte, der Lokaljournalismus stehe unter Druck. „Das ist kein Niedergang, aber ein Weckruf.“ Wenn der lokale Journalismus seine „gesellschaftliche Leitfunktion“ behalten wolle, müsse er „präsenter, dialogischer und vernetzter werden“, sagte Schmiege. Zugleich müssten auch die Nutzer „lokale Medien als verlässliche Orientierungsanker aktiv verteidigen“, erläuterte der BLM-Präsident weiter.

Wenn keiner mehr hinschaue, „ist unsere Demokratie in Gefahr“, sagte Schmiege. Das befürchten auch die mehr als 2.000 repräsentativ Befragten mehrheitlich. Wo Lokalredaktionen schrumpften oder verschwänden, entstünden viele „gefährliche Lücken“: weniger Transparenz, weniger Kontrolle, weniger öffentlicher Diskurs. Zwei Drittel hätten die Sorge, dass ohne journalistische Angebote „wichtige Themen aus dem Blick geraten“.

Die Studie „Lokaljournalismus & Demokratie“ sollte untersuchen, welche Bedeutung lokale Berichterstattung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe hat. Grundlage der Auswertung sind den Angaben zufolge eine qualitative Vorstudie mit vier Online-Fokusgruppen (Mai 2025) sowie eine repräsentative Befragung von 2.069 Personen ab 14 Jahren in Deutschland (Juli bis August 2025). (3623/18.11.2025)