Werde ich einmal genug Geld zum Leben haben, kann ich mir eine Wohnung leisten? Diese und andere Dinge quälen einer Untersuchung zufolge junge Leute. Auswirkungen auf deren Psyche haben vor allem aber soziale Medien.
Das Leben junger Leute ist einer Umfrage zufolge zunehmend von Sorgen geprägt. Demnach ist bei vielen die Angst groß, dass es künftig finanziell nicht fürs tägliche Leben und eine eigene Wohnung reichen könnte; auch fürchten sie um ihre Gesundheit und um die Demokratie. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des in Baierbrunn erscheinenden Gesundheitsmagazins “Apotheken-Umschau” hervor. Dafür wurden vom Institut Cint Deutschland vom 31. Juli bis 23. August 2025 Online-Interviews mit 1.000 Männern und Frauen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren in Deutschland durchgeführt.
Mehr als drei Viertel der Mädchen gaben der Studie zufolge an, sie befürchten in der Zukunft nicht genug Geld zum Leben zu haben, bei Jungen war dies gut die Hälfte. Fast sechs von zehn Jugendliche plagt die Unsicherheit, sich später eine Wohnung leisten zu können. 50 Prozent der Mädchen und 30 Prozent der Jungen hätten außerdem sehr häufig das Gefühl, mit den eigenen Problemen allein zu sein.
Kai Kolpatzik vom “Wort & Bild”-Verlag, in dem die “Apotheken-Umschau” erscheint, nannte die Ergebnisse höchst beunruhigend: “Ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen leidet heute unter Stress, und fast jeder fünfte junge Mensch fühlt sich traurig und niedergeschlagen.” 41 Prozent der männlichen Jugendlichen hätten angegeben, Angst davor zu haben, als Soldat in den Krieg ziehen zu müssen. Bei den Mädchen teilten 34 Prozent diese Sorge.
Fast die Hälfte, bei jungen Frauen sogar 55 Prozent, nannte die Gefährdung oder sogar eine mögliche Abschaffung der Demokratie eine der großen Zukunftssorgen, wie es heißt. 61,6 Prozent der Frauen gaben auch an, dass sie die sehr große Sorge umtreibe, dass Frauen in ihren Rechten eingeschränkt würden. Hinsichtlich ihrer Gesundheit sind die jungen Leute ebenfalls aufgewühlt. Über die Hälfte fürchte sich davor, psychisch krank zu werden – ebenso viele seien um ihre körperliche Gesundheit in Angst. Immerhin geben der Studie nach etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen an, im Moment zufrieden und glücklich zu sein.
Die Untersuchung brachte auch zutage, dass Mädchen und Jungen nach eigenen Angaben im Schnitt täglich über drei Stunden mit den sogenannten sozialen Medien verbringen. Mehr als drei Viertel von ihnen fühlen sich demnach durch Snapchat, Instagram, Tiktok und Co. unter Druck gesetzt – bei jungen Frauen sind es sogar fast 88 Prozent. 14 Prozent der befragten Mädchen gaben an, in schwierigen Situationen Halt durch psychologische Hilfen zu finden, bei den Jungen nur 5 Prozent.