90 Prozent bei den Jugendlichen: Künstliche Intelligenz ist bei den Jüngeren stark gefragt. Der TÜV zeigt große Unterschiede zwischen den Altersgruppen – und wo Risiken unterschätzt werden.
Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz (KI). Das geht aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten repräsentativen Umfrage des TÜV hervor.
Besonders für die junge Generation ist Künstliche Intelligenz demnach zum alltäglichen Begleiter geworden. Über 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 29 Jahren nutzen ein solches Programm. Die Älteren (50-64 Jahre) sind laut TÜV mit 63 Prozent am Start. Die 30- bis 49-Jährigen bewegen sich mit insgesamt 80 Prozent dazwischen. Über 65-Jährige nutzten KI auch: Hier sind es laut Umfrage 35 Prozent.
“Generative KI ist innerhalb weniger Jahre für eine ganze Generation zum festen Bestandteil ihres Alltags geworden”, sagte der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler. “Doch die Sicherheitskultur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt.” Viele könnten den Unterschied zwischen realen und KI-Inhalten kaum erkennen und unterschätzten die Risiken von Deepfakes und Datenlecks. “Wir müssen dafür sorgen, dass zur breiten Nutzung auch ein sicherer und aufgeklärter Umgang mit KI gehört”, betonte der TÜV-Geschäftsführer.
Am Dienstag hatte die Innsbrucker Wissenschaftlerin Claudia Paganini kritisiert, dass viele Menschen KI weit überschätzten. KI sei für viele Menschen schon fast wie ein Gott, an den sie sich mit ihren Sorgen richteten und dessen Antworten sie nicht mehr hinterfragten.
Der TÜV-Umfrage zufolge sehen 6 Prozent der Menschen ihr Programm als guten Freund, dem sie persönliche Geheimnisse anvertrauen. 38 Prozent sprechen sogar mit dem Programm, die überwiegende Mehrheit schreibt aber (96 Prozent). 33 Prozent nutzen sogar einen Modus, in dem die KI sogar mit einer Stimme antwortet.
Laut TÜV nutzen die Menschen die KI vorrangig für die Recherche. Etwa 70 Prozent nutzen demnach die Programme vor allem dafür. Etwa 40 Prozent verwenden die Tools, um Texte zu schreiben oder diese zu optimieren. Auch zur Inspiration seien die Programme in Anwendung (38 Prozent).