Das Treffen eines deutschen Vertriebenenverbands in Tschechien soll die Beziehung zwischen den beiden Ländern stärken. Einige Kritiker sehen das aber anders – und kündigen Widerstand an.
In Tschechien ist ein Streit um ein geplantes Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft entbrannt. Tschechische Nationalisten, darunter die neue Koalitionspartei Freiheit und Direkte Demokratie, kritisieren das Vorhaben. Das traditionelle Pfingsttreffen des Vertriebenenverbands soll im Mai in Brünn (Brno) stattfinden. Es wäre das erste Mal, dass es auf tschechischem Boden abgehalten wird.
Die Rechtsaußen-Parlamentsabgeordnete Lucie Safrankova bezeichnete dies als “inakzeptabel und rücksichtslos”. Weitere Kritiker werfen den Organisatoren Geschichtsvergessenheit vor: Eine solche Veranstaltung auf tschechischem Territorium verspotte die Opfer der Nazi-Gräuel.
Schätzungen zufolge wurden 1945 und 1946 etwa drei Millionen Deutschstämmige aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft mit Sitz in München repräsentiert einen Teil der Vertriebenen sowie deren Nachkommen. Befürworter des geplanten Treffens argumentieren, dass der Veranstaltungsort in Tschechien zur Völkerverständigung beitrage. Zudem verweisen sie darauf, dass die tschechische Bürgerinitiative “Meeting Brno” den Verband eigens eingeladen habe.