Zur Erinnerung an die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) wird ein Trauerstaatsakt ausgerichtet. Das ordnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, wie das Präsidialamt am Montag mitteilte. Über den Termin und weitere Details entscheidet der Bundestag.
Ab Dienstag kann zudem in Berlin ein öffentlich zugängliches Kondolenzbuch genutzt werden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) entschied, dass das Buch in der Parlamentshistorischen Ausstellung im Deutschen Dom am Berliner Gendarmenmarkt ausliegen wird, wie die Parlamentsverwaltung mitteilte. Ein Kondolenzbuch speziell für die Bundestagsabgeordneten werde voraussichtlich in der nächsten Sitzungswoche Ende Februar im Reichstag bereitgestellt.
Die frühere Parlamentspräsidentin sowie Familien- und Gesundheitsministerin Süssmuth war am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Auch am Montag gab es noch viele Würdigungen. Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob Süssmuths Einsatz für die Gleichberechtigung der Geschlechter hervor. „Dabei machte sie vielen Mut, so auch mir Anfang der 1990er Jahre als Frauenministerin“, berichtete Merkel. Süssmuths Stimme werde fehlen.
Die Frauen in Deutschland hätten der Verstorbenen „unendlich viel zu verdanken“, erklärte auch die Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp. Sie verwies unter anderem auf Äußerungen der CDU-Politikerin, wonach „Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt ihre eigene Entscheidung treffen müssen“. Süssmuth hatte sich in der Laienorganisation engagiert, unter anderem als Vorsitzende der ZdK-Kommission für Ehe und Familie.
Ihre Bemühungen um die Erinnerungskultur und die Aussöhnung mit Israel hob der Zentralrat der Juden in Deutschland hervor. Süssmuth habe Verantwortung „als Auftrag an das Handeln in Gegenwart und Zukunft“ verstanden, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.
Bereits am Sonntagabend hatte Steinmeier Süssmuth als leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie gewürdigt. Die Verstorbene habe „maßgeblich dazu beigetragen, in unserem Land Schritt für Schritt mehr Gleichberechtigung in die Tat umzusetzen“, hieß es in Steinmeiers Kondolenzschreiben. „Ihre Wärme, ihr Humor und ihre tiefe Menschlichkeit bleiben unvergessen.“