In der Bundespolitik war sie eine Ausnahmeerscheinung. Als Ministerin und Bundestagspräsidentin zeigte sie große Unabhängigkeit. Bundespräsident Steinmeier hat für Rita Süssmuth einen Trauerstaatsakt angeordnet.
Der Trauerstaatsakt für die am 1. Februar gestorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth findet am 24. Februar statt. Das teilte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner am Mittwoch in Berlin mit. Um 10 Uhr ist ein ökumenischer Gottesdienst in der Berliner Sankt- Hedwigs-Kathedrale vorgesehen. Der Trauerstaatsakt im Plenarsaal des Bundestags findet um 12.00 Uhr statt.
Süssmuth war im Alter von 88 Jahren gestorben. Im Juni 2024 hatte sie eine Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. Geboren wurde Süssmuth 1937 in Wuppertal. Mit 34 Jahren wurde sie Professorin der Erziehungswissenschaften. Sie war in den 1970er-Jahren Lehrstuhlinhaberin an der Universität Dortmund; zugleich wirkte sie in verschiedenen Gremien des Familienministeriums mit. 1981 trat sie in die CDU ein und wurde unter dem damaligen Kanzler Helmut Kohl 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später wurde ihr zusätzlich das Ressort Frauen zugesprochen. So wurde sie Deutschlands erste Bundesfrauenministerin.
Neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner werden bei dem Staatsakt auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und - auf Wunsch der Verstorbenen - der Autor und Journalist Heribert Prantl im Bundestag sprechen.