Sie war noch ein Kind, als sie nach Auschwitz deportiert wurde. Tova Friedman überlebte – und erinnert als engagierte Zeitzeugin an die Schoah. Unter anderem auf Tiktok, gemeinsam mit ihrem Enkel.
Tova Friedman war als Kind im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eingesperrt und gehört zu den jüngsten jüdischen Überlebenden. Am 7. September 1938 wurde sie in Gdingen/Gdynia nördlich von Danzig (Gdansk) geboren. Dem Tod in der Gaskammer entging sie vermutlich nur wegen eines technischen Defekts. Bei den Todesmärschen im Januar 1945 versteckte sich die Sechsjährige zwischen Leichen und überlebte schließlich.
Nach der Schoah emigrierte Tova Friedmans Familie in die USA, wo sie Therapeutin und Autorin (“Ich war das Mädchen aus Auschwitz”) wurde. Heute lebt sie in New Jersey und wirkt als engagierte Zeitzeugin. Im vergangenen Jahr sprach Friedman in der Gedenkstätte Auschwitz zum 80. Jahrestag der Befreiung der überlebenden Häftlinge des Lagers.
In ihrer damaligen Rede erinnerte die heute 87-Jährige daran, wie in Auschwitz Kinder in Lumpen gehüllt waren, Hunger hatten und barfuß durch den Schnee gingen. “Ich dachte, wir würden alle sterben müssen. Ich dachte, es sei normal für ein jüdisches Kind.” Und: “Damals waren wir Opfer in einem moralischen Vakuum.” Heute gebe es die Verpflichtung, an die Verbrechen zu erinnern. Friedman warnte vor “grassierendem Antisemitismus”, der sich unter Nationen ausbreite.
Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron Goodman möchte sie auch über Soziale Medien die Erinnerung an die Schoah wachhalten. So informieren beide auf Tiktok über den Holocaust und beantworten Fragen junger Leute.