Thüringen will bis zu 356 Hektar an gefährdeten Bergwiesen wieder in eine schonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung bringen. Für zunächst fünf Jahre stellten Bund, Land und Landschaftspflegeverband dafür insgesamt vier Millionen Euro bereit, sagte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) am Montag in Erfurt. Das Projekt stärke die Artenvielfalt auf den Flächen und vernetze zugleich die einzelnen Biotope im Thüringer Wald miteinander.
Kummer sagte, die aktuelle Gefährdung der Bergwiesen-Biotope sei in erster Linie eine Folge veränderter landwirtschaftlicher Produktionsverfahren. Die Zahl der Weidetiere im Bereich des Thüringer Waldes habe stark abgenommen. Die Wiesen würden vielfach nicht mehr gemäht, weil der Bedarf an Winterfutter nicht mehr vorhanden sei. Zudem seien viele Wiesen zugewachsen, nachdem sie auch im Sommer zur Beweidung nicht mehr genutzt wurden. Zudem setze der Klimawandel den Bergwiesen zu.
Im Rahmen des Projekts sollen den Angaben zufolge die zum Teil zugewachsenen Flächen wieder von jungen Bäumen und Büschen befreit werden. Ziel sei, die Landwirtschaft auf die Flächen zurückzubringen und dabei besonders wertvolle Arten wie die Echte Arnika oder das Holunder-Knabenkraut dort zu halten oder dorthin zurückzubringen. Hierfür seien auch Versuche mit gezielten Aussaaten geplant.
Der Schutz der Bergwiesen ist laut dem Vizepräsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Thomas Graner, eine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe. Insgesamt gebe es im Bereich des Thüringer Waldes rund 25.000 Hektar an Bergwiesen, ein Großteil davon in Steillagen.