Thüringen will gemeinsam mit Israel ein Programm für einen bilateralen Schüler- und Lehreraustausch auflegen. Wie Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) am Dienstag nach der wöchentlichen Kabinettsitzung in Erfurt mitteilte, sind weiterführende Schulen bis März 2026 aufgerufen, ihr Interesse an einer Teilnahme zu bekunden. Mit der reichen jüdischen Geschichte der Landeshauptstadt Erfurt sowie Buchenwald als einem der dunkelsten Orte deutscher Geschichte sei Thüringen für die israelische Seite besonders interessant.
Das Austauschprogramm ersetzt den Angaben zufolge das geplante Deutsch-Israelische Jugendwerk, solange dieses noch nicht aufgebaut ist. Der Thüringer Besuch habe gezeigt, dass die israelische Seite der Gründung der Einrichtung derzeit keine hohe Priorität einräume. Sie wolle praktisch in den Austausch einsteigen, statt lange Strukturdebatten zu führen. Entsprechend sei über den Standort des Jugendwerks noch nicht entschieden; Bewerbungen liegen weiterhin aus der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt und aus Weimar in Thüringen vor.
Voigt kündigte zudem an, dass Thüringen als bislang drittes Bundesland im Bereich der Erinnerungsarbeit mit der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem einen offiziellen Kooperationsvertrag abschließen will. Ein entsprechendes Angebot liege vor. Thüringen werde in diesem Zusammenhang anbieten, für die geplante Außenstelle der Holocaust-Bildungsstätte eigene Angebote beizusteuern. Als aussichtsreiche Standorte für diese Einrichtung sind derzeit Bayern oder Nordrhein-Westfalen im Gespräch.