Die stark gestiegenen Krankenzahlen in Baden-Württemberg lassen sich laut der Krankenkasse Barmer nicht auf die telefonische Krankschreibung zurückführen. Zwar habe die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von 96 Fällen je 100 Versicherte im Jahr 2020 auf 183 im Jahr 2023 zugenommen, teilte die Krankenkasse am Dienstag in Stuttgart mit, doch nur 0,85 Prozent dieser Fälle seien 2023 ausschließlich telefonisch erfolgt.
Barmer-Landeschef Winfried Plötze sieht darin keinen Hinweis auf Missbrauch. Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung entlaste vielmehr Arztpraxen und vermeide volle Wartezimmer. Als wahrscheinliche Ursachen des Anstiegs nennt die Kasse häufige Grippewellen, die automatische elektronische Übermittlung von Attesten und ein verändertes Verhalten nach der Pandemie. Die Kosten krankheitsbedingter Ausfälle für Unternehmen stiegen bundesweit von 64,3 Milliarden Euro (2020) auf 76,7 Milliarden Euro (2023). (2671/21.10.2025)