Butter, Milch, Gemüse, Nudeln: Die Einführung eines sogenannten Deutschlandkorbes, der preisgünstige und regional produzierte Grundnahrungsmittel enthält, sieht der Bundesverband Tafel Deutschland kritisch. “Ein Lebensmittelkorb wird das deutschlandweite Problem der wachsenden Armut nicht lösen”, sagte der Vorsitzende von Tafel Deutschland, Andreas Steppuhn, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.
“Wenn man die soziale Situation hierzulande ändern will, muss man die Einkommenssituation der Menschen ändern.” Die Politik müsse sich stärker mit der wachsenden Armut beschäftigen. Ein “Deutschlandkorb”, wie ihn unlängst die SPD gefordert hatte, könne höchstens eine “Teillösung” sein. “Wir erwarten, dass die Sozialleistungen steigen, damit man die höheren Lebenhaltungskosten ein bißchen ausgleichen kann”, forderte er. Für die Finanzierung sei eine höhere Besteuerung großer Erbvermögen zum Beispiel eine Möglichkeit.
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Steigende Lebenshaltungskosten deutlich spürbar
Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Verbraucherzentrale geben 68 Prozent der Menschen an, die steigenden Lebenshaltungskosten am meisten bei den Lebensmitteln zu spüren. Seit 2020 sind Lebensmittel demnach um 37 Prozent teurer geworden. Das mache sich auch bei den Tafeln bemerkbar, sagte Steppuhn: “Die Situation der Tafeln ist sehr angespannt – sie sind am Limit. Ein Viertel der Tafeln bundesweit haben einen Aufnahmestopp, weil das Angebot nicht mehr reicht.”
Neben der stets wachsenden Nachfrage habe das auch damit zu tun, dass der Lebensmittelhandel nachhaltiger wirtschafte und viele Kunden digital bestellten. “Es bleibt einfach nicht mehr so viel für die Tafeln übrig”, so Steppuhn. Die Organisation bemühe sich deshalb auch darum, neue Märkte zu erschließen und ihre Lebensmittel direkt von den Herstellern zu beziehen.
Tafeln bieten meist überschüssige Lebensmittel an
Die Tafel hat nach eigenen Angaben deutschlandweit 1,5 Millionen Kunden. Überwiegend handelt es sich demnach um Menschen, die sich in der Grundsicherung befinden. 20 Prozent sind laut Angaben über 63 Jahre alt, knapp 30 Prozent sind Kinder. “Familien – und Altersarmut nimmt immer mehr zu”, so Steppuhn.
In Deutschland gibt es mehr als 970 Tafeln. Zumeist ehrenamtliche Helfer sammeln dafür überschüssige, aber einwandfreie Lebensmittel von Supermärkten und geben sie gegen einen kleinen symbolischen Betrag an armutsbetroffene Menschen aus. Wer die Lebensmittelausgabe der Tafeln in Anspruch nehmen will, muss seine Bedürftigkeit etwa mit einem Jobcenter-, Renten-, Wohngeld- oder BAföG-Bescheid nachweisen.
