Millionen Gläubige beten in diesen Tagen für den Papst, auch und besonders in Südamerika. In Brasilien freuten sich die Katholiken am Aschermittwoch über eine Botschaft aus dem Vatikan, während der Papst sich in der römischen Gemelli-Klinik wegen einer Lungenentzündung behandeln lässt. In Argentinien, dem Heimatland des Papstes, sind die Menschen gespalten: Wo die einen sein Engagement für Arme, Flüchtlinge oder die Palästinenserinnen und Palästinenser loben, finden die anderen, er habe die katholische Kirche zu sehr politisiert und polarisiert. Franziskus ist der erste Papst aus Lateinamerika.
Auch in der Kirche San Cristóbal von Buenos Aires findet sich diese Vielfalt. Seitdem die argentinische Bischofskonferenz aufgerufen hat, für die Gesundheit des Papstes zu beten, wird dies in jedem Gottesdienst getan. Der junge Priester, der der Traditionsgemeinde seit Kurzem vorsteht, gehört offensichtlich nicht zu den Fans seines prominenten Landsmannes. Fast beiläufig flicht er die Fürbitten für Franziskus in die Liturgie ein.
Präsident Javier Milei betet für Franziskus
Norma Salas hingegen, ein engagiertes Gemeindemitglied, schätzt den Papst für sein geduldiges Ringen mit der konservativen Kurie in Rom. „Doch viele identifizieren ihn mit dem Peronismus und mögen ihn schon deshalb nicht“, weiß die Mittvierzigerin. Die Peronisten, benannt nach dem charismatischen, sehr umstrittenen Ex-Präsidenten Juan Domingo Perón (1895-1974), bilden derzeit die wichtigste Opposition zum rechtslibertären Staatschef Javier Milei.Selbstverständlich bete der Präsident für Franziskus, versichert ein Regierungssprecher. Doch große Freunde sind die beiden nicht: Immer wieder empfängt Franziskus Milei-Kritiker aus Gewerkschaften und sozialen Bewegungen. Einer seiner langjährigen Vertrauten ist der 41-jährige Rechtsanwalt und Politiker Juan Grabois, ein Fürsprecher der Menschen in den Armenvierteln der Hauptstadtregion Buenos Aires.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
