NRW verzeichnet einen deutlichen Rückgang im Theologiestudium: Besonders Münster, Bonn und Bochum verlieren Studierende. Währenddessen meldet die KHKT in Köln Zuwächse.
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Studierenden im katholisch-theologischen Vollstudium in den vergangenen sechs Jahren stark zurückgegangen. Wie der "KNA-Hintergrund" am Donnerstag berichtet, trifft der Rückgang besonders die staatlichen Standorte Münster, Bonn und Bochum. Eine Ausnahme bildet die Katholische Hochschule für Theologie (KHKT) in Köln, die gegen den Trend deutliche Zuwächse verzeichnet.
Am stärksten zeigt sich der Rückgang am bundesweit größten Theologiestandort Münster. Dort sank die Zahl der Studierenden zwischen dem Wintersemester 2019/20 und dem Wintersemester 2025/26 von 1.012 auf 444 - ein Minus von rund 56 Prozent. In Bonn ging die Zahl der Volltheologen im selben Zeitraum von 215 auf 88 zurück, was einem Rückgang von rund 59 Prozent entspricht. In Bochum verringerte sich die Zahl von 125 auf 61 Studierende, ein Minus von rund 51 Prozent.
Anders stellt sich die Lage an der KHKT in Köln dar, der Nachfolgeeinrichtung der früheren Hochschule in Sankt Augustin. Dort stieg nach Angaben der Einrichtung die Zahl der Studierenden von 46 auf 82. Das entspricht einem Zuwachs von rund 78 Prozent. Für die kirchliche Fakultät in Paderborn liegen keine Vergleichszahlen vor. Dort studieren derzeit 33 Personen im Magister Theologie.
Der Rückgang in NRW entspricht einem bundesweiten Trend. Die Zahl der Magister-Studierenden sank an den elf staatlichen katholisch-theologischen Fakultäten um mehr als die Hälfte. Lag sie im Wintersemester 2019/20 noch bei 2.206, waren es im Wintersemester 2025/26 nur noch 1.043 Studierende.
Das katholisch-theologische Vollstudium mit dem Abschluss Magister Theologiae gilt als klassischer Studienweg für angehende Priester und ist zugleich Voraussetzung für weitere kirchliche Berufe, etwa in der Seelsorge oder als Pastoralreferent. Der Studiengang umfasst in der Regel zehn Semester und wird an staatlichen Fakultäten sowie an kirchlichen Hochschulen angeboten.