Studierende übergeben rheinischer Kirche Petition gegen Sparpläne

Studierende haben am Freitag gegen die Sparvorschläge der Evangelischen Kirche im Rheinland bei den Evangelischen Studierendengemeinden (ESGn) demonstriert. Vor dem Auftaktgottesdienst zur diesjährigen Landessynode überreichten mehr als 300 junge Menschen in Bonn eine Petition mit inzwischen 5.823 Unterschriften an den rheinischen Präses Thorsten Latzel. Darin werden der Erhalt der ESGn und die Sicherung bezahlbaren studentischen Wohnraums gefordert. Die Studierenden betonen, auch selbst bereit zu seien, „Verantwortung zu übernehmen und aktiv an einer Transformation mitzuwirken“.

Latzel nahm die Petition entgegen und versprach, dem Anliegen auf der Synode Gehör zu geben. Er dankte ausdrücklich „für den Einsatz und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“. Die für Bildung zuständige Oberkirchenrätin Henrike Tetz garantierte eine Beteiligung der Studierenden. „Es wird auch gar nicht anders gehen“, sagte sie.

Die (ESGn) an den neun Standorten Aachen, Bonn, Düsseldorf, Duisburg-Essen, Köln, Koblenz, Trier, Saarbrücken und Wuppertal sollen dem Plan zufolge auf Ebene der jeweiligen Kirchenkreise zu „Gemeinden junger Erwachsener“ weiterentwickelt werden. Die Landeskirche will die Trägerschaft aufgeben, die neuen Gemeindeformen aber dauerhaft finanziell unterstützen.

Zusammen mit einem Ausstieg aus der Beratung ausländischer Studierender und einer Aufgabe der sechs Studierendenwohnheime könnten 2,7 Millionen Euro eingespart werden. Die Landessynode entscheidet auf ihrer bis zum Dienstag laufenden Tagung darüber. Eine weitere Petition zum Erhalt des Studierendenwohnheims T39 in Aachen hat bisher 848 Unterschriften.

Die geplanten Kürzungen bedeuteten „das Ende der kirchlichen Arbeit mit Studierenden an Hochschulen in ihrer bisherigen Form“, erklärte Michaela Richter vom Initiativkreis zur Erhaltung der ESGn. „Wir kritisieren nicht das Ziel von Einsparungen, sondern Art, Umfang und Verfahren der geplanten Maßnahme.“

Studierende, Ehemalige und Unterstützende wie der Landtagsabgeordnete Tim Achtermeyer (Grüne) warben mit Gesang, Posaunenmusik und Transparenten mit dem „Roten Hahn“ für ihre Position. Der „Rote Hahn“ ist das Erkennungszeichen aller evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland. Gerade die Aufgabe der Wohnheime ist für Achtermeyer ein „fatales Signal im Kampf für bezahlbaren Wohnraum“. Zudem seien die ESGn in Zeiten zunehmender Einsamkeit bei jungen Menschen mit ihrer „Kombination von Wohnen und spirituellen Angeboten ein wichtiger Anker im Leben und Anknüpfungspunkt für Kirche“, betonte der nordrhein-westfälische Grünen-Vorsitzende.

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