Die Zahl der Bienenarten auf der Welt ist laut einer neuen Studie bisher deutlich unterschätzt worden. Ein internationales Forscherteam konnte jetzt die globale Zahl der Bienenarten auf mindestens 24.705 bis 26.164 beziffern, wie das an der Studie beteiligte Naturkundemuseum Stuttgart mitteilte. "Dies legt nahe, dass weltweit 3.700 bis 5.200 bislang unbekannte oder unbeschriebene Wildbienenarten existieren", hieß es.
Studie: Bienen sind Schlüssel für gesunde Ökosysteme
Diese enorme Artenvielfalt bilde die Grundlage für die globale Nahrungsmittelproduktion. Bienen seien der Schlüssel für gesunde Ökosysteme. "Als zentrale Bestäuber sind Bienen für intakte Ökosysteme und eine nachhaltige Landwirtschaft unverzichtbar", betonen die Studienautoren.
Die Ergebnisse zeigten, "wie viele Bienenarten noch nicht klassifiziert oder bislang übersehen wurden". Das sei für den weltweiten Naturschutz und die Ernährungssicherheit entscheidend. Es sei dringend notwendig, biologische Vielfalt angesichts des weltweiten Umweltwandels besser zu schützen und zu erfassen. Die Studie liefere erstmals fundierte Schätzungen zur Bienenartenvielfalt auf globaler, kontinentaler und nationaler Ebene.
Frühere Studien zu Bienen oft ungenau
Frühere Schätzungen seien oft unsicher gewesen oder hätten auf unvollständigen Daten beruht. Jetzt haben die Forschenden die Zahl der Bienenarten mittels globaler Datensätze, Beschreibungen von Arten, Länderchecklisten, wissenschaftlichen Aufzeichnungen und statistischen Schätzungen der Artenvielfalt ermittelt. Die meisten bislang unentdeckten Bienenarten erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Asien, Afrika, Südamerika, Nordamerika, Europa und Ozeanien.
Die Forscher weisen darauf hin, dass es auf der Erde mindestens 1,5 Millionen Insektenarten gebe. Die tatsächliche Zahl liege vermutlich noch deutlich höher.
Das internationale Forscherteam stand unter der Leitung von James Dorey von der University of Wollongong in Australien. Zu dem Team gehörte auch Michael Orr vom Naturkundemuseum Stuttgart. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine große Anzahl von Wildbienenarten noch unentdeckt ist, von denen viele möglicherweise bereits bedroht sind", sagte der Entomologe Orr und fügte hinzu: "Wir wissen sehr wenig über ihren Beitrag zu Ökosystemen und können die Folgen ihres Verschwindens für die Biodiversität und die Landwirtschaft nicht abschätzen."
Die Studie im Wortlaut finden Sie hier.
