Fast die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen in Deutschland fühlt sich laut einer aktuellen Studie einsam. Ein Drittel (33 Prozent) fühlt sich gelegentlich, 12 Prozent häufig einsam, wie aus einer veröffentlichten Jugendstudie von Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung hervorgeht. Mädchen und Frauen (50 Prozent) seien von Einsamkeit häufiger betroffen als Jungen und Männer (40 Prozent). 84 Prozent gingen davon aus, dass die Einsamkeit von Jugendlichen zuletzt zugenommen habe.
Einsamkeit empfinden 48 Prozent der 14- bis 20-Jährigen als sehr starke oder starke Belastung im Alltag. An der Spitze der Belastungsfaktoren steht Schulstress, den 72 Prozent als sehr starke oder starke Belastung ansehen, gefolgt von Streit mit Familie oder Freunden (63 Prozent), mentaler Erschöpfung (57 Prozent) und Zukunftsängsten und aktuellen Krisen (51 Prozent).
Einsamkeit bei Jugendlichen kein Randphänomen
Die Studie zeige, dass Einsamkeit unter Jugendlichen kein Randphänomen sei, erklärte der Geschäftsführer der Vodafone Stiftung, Matthias Graf von Kielmansegg. Junge Menschen müssten gezielt unterstützt werden, etwa bei der Persönlichkeitsbildung, mit Blick auf emotionale Stabilität "und durch eine Schule, die Räume für Zugehörigkeit, gemeinsames Erleben und persönliche Bindungen schafft".
Wenn sich Jugendliche einsam fühlen, würden unter allen Befragten die meisten Unterstützung bei Freunden (72 Prozent) oder den Eltern (66 Prozent) suchen. Jeder zehnte Jugendliche schreibt oder zeichnet demnach seine Gedanken auf, 8 Prozent würden keine Unterstützung suchen. 84 Prozent halten es für sehr wichtig oder wichtig, dass Schulen, Jugendlichen bei Einsamkeit helfen. Zugleich haben rund zwei Drittel (65 Prozent) nicht das Gefühl, dass ihre Schule das Thema Einsamkeit bei Schülern ernst nimmt.
Einsamkeit ist vielen peinlich
Gegen die Einsamkeit helfen den meisten Betroffenen gemeinsame Aktivitäten mit Freunden (55 Prozent), ein Hobby oder Sport (34 Prozent) sowie Social Media (23 Prozent) oder andere Online-Inhalte (22 Prozent). Doch nur jeder zehnte Betroffene sucht Unterstützung bei einer anderen Person.
Wenn Jugendliche keine Unterstützung bei anderen suchen, hat das laut Befragung verschiedene Gründe. Allen voran ist es rund einem Drittel (32 Prozent) peinlich, darüber zu sprechen. Sorgen, nicht ernst genommen zu werden, haben 28 Prozent der Befragten, jeder Vierte (25 Prozent) möchte niemandem zur Last fallen. Fast ebensoviele (24 Prozent) wissen laut eigener Aussage nicht, wie sie darüber reden sollen, jeder Fünfte (20 Prozent) glaubt, nicht verstanden zu werden.
Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung im Mai 2025 online 1.046 deutschsprachige Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Die Ergebnisse wurden laut Angaben nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet, um eine Repräsentativität sicherzustellen.
