Studie: Schimpansen unterhalten sich ähnlich wie Menschen

Die Grundprinzipien menschlicher Konversationen sind laut einer Studie der Universität Osnabrück an Schimpansen wahrscheinlich deutlich älter als bisher angenommen. Demnach tauschen sich Schimpansenmütter und ihre Jungen in freier Wildbahn in einer Weise aus, die stark an menschliche Gespräche erinnern, wie die Uni am Mittwoch mitteilte. Die Wissenschaftler Bas van Boekholt und Simone Pika haben die Tiere gemeinsam mit Alexandra Bosshard von der Universität Zürich über mehrere Monate im Kibale Nationalpark in Uganda beobachtet.

Jahrzehntelang hätten Studien darauf hingedeutet, dass die Interaktionen von Schimpansen kaum Ähnlichkeiten mit der menschlichen Sprache aufwiesen, erläuterte Simone Pika. „Aber jetzt wissen wir, dass die zugrunde liegende Interaktionsstruktur sehr ähnlich und systematisch organisiert ist“, betonte die Professorin für Verhaltensbiologie. Die Studie eröffne neue Möglichkeiten zu Vergleichen innerhalb des Tierreichs, die Aufschluss darüber geben könnten, wann diese interaktiven Bausteine der menschlichen Sprache erstmals entstanden seien.

Er sei verblüfft gewesen, wie vertraut ihm die Interaktionen der Schimpansen anmuteten, erläuterte der Kognitionswissenschaftler van Boekholt. Ihr Austausch sei für ihn verständlich gewesen, weil sie vorhersehbare Sequenzen genutzt hätten. Auf eine Frage sei etwa eine Antwort gefolgt.

Solche Strukturen helfen laut van Boekholt auch Menschen dabei, Gespräche zu organisieren, ohne festzulegen, wie die Antwort ausfällt. „Eine Einladung zu einer Party kann mit “Ja”, „Nein” oder sogar einem Achselzucken beantwortet werden.“ Dieses flexible und dennoch stark strukturierte System kennzeichne sowohl gesprochene als auch gebärdende Sprachen, erläuterte Simone Pika. Es sei schon sehr früh in der menschlichen Entwicklung anhand von Gesten und gemeinsamen Handlungen erkennbar.

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