Studie: Mikroplastik stört Darmmikrobiom und Fermentation bei Tieren

Eine gemeinsame Studie der Universitäten Hohenheim, Helsinki und Zürich und der TU München deckt neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit auf. Mikroplastik im Pansen von Rindern beeinflusse das Darmmikrobiom und beeinträchtige die Fermentation, teilte die Universität Hohenheim am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Forscher inkubierten Flüssigkeit aus dem Pansen - der ersten Magenkammer von Rindern - mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten und stellten fest: Alle getesteten Kunststoffe veränderten die mikrobielle Aktivität, reduzierten die Gasproduktion und wurden teilweise abgebaut.

„Unsere Studie zeigt, dass Mikroplastik nicht einfach durch den Pansen von Rindern hindurchgeht“, so Jana Seifert, Professorin für Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren an der Universität Hohenheim. Vielmehr wirke der Verdauungstrakt als „Bioreaktor“, der Plastik fragmentiert und damit potenziell neue Risiken schafft. Ein gestresstes Mikrobiom könne die Tiergesundheit beeinträchtigen. Kleinere Kunststofffragmente könnten zudem leichter ins Gewebe gelangen - und damit auch in die Lebensmittelkette.

Die Forscher unterstreichen die Bedeutung eines besseren Plastikmanagements in der Landwirtschaft, etwa bei Folien, Verpackungsmaterialien und Klärschlamm auf Feldern. „Plastikverschmutzung hat direkte biologische Folgen für Nutztiere und möglicherweise auch für den Menschen über die Nahrungskette“, sagt Cordt Zollfrank, Professor für Biogene Polymere an der Technischen Universität München.

Die Studie liefert auch eine Grundlage für künftige Risikobewertungen und Überwachungen. Dies muss laut Mitteilung bei der Festlegung von Kontaminationswerten und bei der Entwicklung von Methoden zum Nachweis von Kunststoffen in Futtermitteln, Gülle und tierischen Produkten berücksichtigt werden.

Die Versuche mit Tieren zu dieser Studie wurden an der TU München durchgeführt. Daran schlossen sich die Analysen an der Universität Hohenheim an. Durchgeführt wurden ausschließlich In-vitro-Versuche mit frischem Pansensaft, mit dem sogenannten Hohenheimer Gas-Test. (3050/26.11.2025)

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