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Studie: Mehrheit ist wegen zunehmendem Rechtsextremismus besorgt

Die Menschen in Deutschland stehen überwiegend zur Demokratie, so die aktuelle “Mitte-Studie” der Friedrich-Ebert-Stiftung. Doch das heißt nicht, dass demokratische Werte im gleichen Maße unterstützt werden.

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist einer Studie zufolge demokratisch eingestellt und sorgt sich wegen des zunehmenden Rechtsextremismus. Das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte aktuelle Studie “Die angespannte Mitte” der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Demnach lasse sich zugleich in der Mitte der Gesellschaft jedoch eine Normalisierung von antidemokratischen und menschenfeindlichen Aussagen beobachten.

79 Prozent der Befragten bezeichnen sich laut der Studie grundsätzlich als überzeugte Demokraten. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als vier Jahre zuvor. 70 Prozent der Bevölkerung empfinden den zunehmenden Rechtsextremismus als Bedrohung für Deutschland. Umgekehrt verharmlosen aber auch 22 Prozent den Rechtsextremismus. Diese Menschen finden zum Beispiel, das Problem werde “in den Medien hochgekocht” oder dass es am besten sei, es “gar nicht zu beachten”.

88 Prozent der Befragten meinen, dass in einer Demokratie die Würde und die Gleichheit aller an erster Stelle stehen sollten. Gleichwohl sind 34 Prozent der Ansicht, dass im nationalen Interesse nicht allen die gleichen Rechte gewährt werden könnten. Und 25 Prozent finden, es werde zu viel Rücksicht auf Minderheiten genommen. Knapp 11 Prozent lehnen es sogar ab, die Grundrechte von Minderheiten zu schützen.

Rund 30 Prozent teilen abwertende Einstellungen gegenüber Asylsuchenden und 36 Prozent gegenüber Langzeitarbeitslosen. Auch antisemitische Einstellungen seien in der Gesellschaft weit verbreitet, so die Friedrich-Ebert-Stiftung: Demnach stimmen zum Beispiel 17 Prozent der Befragten israelbezogenem Antisemitismus eher oder ganz zu und weitere 22 Prozent teils/teils.

Für die aktuelle Ausgabe der seit 2006 erscheinenden “Mitte-Studie” wurden rund 2.000 Menschen ab 18 Jahren im Zeitraum Mai bis Juli befragt. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland.