Die globale Erwärmung muss einer Studie zufolge unter zwei Grad Celsius bleiben, um Risiken von Kipppunkten im Klimawandel zu begrenzen. Bei einer Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad müsse die Temperatur so schnell wie möglich unter diese Schwelle gesenkt werden, erklärte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) unter Berufung auf die veröffentlichte Analyse. Langfristig müsse der globale Temperaturanstieg sogar auf etwa ein Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau stabilisiert werden.
Kipppunkt macht den Klimawandel unumkehrbar
Ein Kipppunkt beschreibt den Angaben zufolge einen kritischen Schwellenwert, bei dessen Überschreiten ein bis dahin relativ stabiles Teilsystem der Erde kippen kann. Bereits eine vergleichsweise kleine Veränderung der Umweltfaktoren könne dann eine tiefgreifende, sich selbst verstärkende Änderung in diesem System auslösen. Diese könne zudem irreversibel sein.
Zu den betroffenen Teilsystemen der Erde gehören unter anderem die tropischen Korallenriffe, der Amazonas-Regenwald, der Permafrostboden und die großen Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis.
Klimawandel: Gefahr trotz Pariser Abkommen wächst weiter
Bis zu acht Kipppunkte könnten den Angaben zufolge bereits bei einer Erwärmung von weniger als zwei Grad Celsius erreicht werden. Besorgniserregend sei, dass selbst eine geringe Überschreitung des 1,5-Grad-Limits bis zu fünf Kipppunkte des Erdsystems auslösen könnte. Eine solche Erwärmung sei jedoch Ende der 2020er oder in den 2030er Jahren inzwischen nahezu unvermeidlich. Wenn es gelinge, das maximale Ausmaß der Erwärmung zu begrenzen und die Dauer des Überschreitens kurz zu halten, könnte ein Kippen noch vermieden werden.
Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hatte sich die Staatengemeinschaft darauf verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.
