Studie: Kitas in NRW bei bedarfsgerechter Förderung gut aufgestellt

Ein Großteil der Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen sind einer Studie zufolge personell gut aufgestellt, um den wachsenden pädagogischen Anforderungen einer inklusiven Gesellschaft gerecht zu werden. Im Bundesländervergleich weist NRW mit einem Median von 0,73 über alle Einrichtungen hinweg eine durchschnittliche Personalausstattungsquote auf, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch in Gütersloh zu den Ergebnissen der Studie mitteilte.

Für die Studie haben die Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung an der Universität Wien die Personalausstattungsquote als rechnerische Vergleichsgröße neu eingeführt. Dazu wurden die bisher empfohlenen Personalschlüssel in Kitas mit den aktuellen Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik von Bundes- bis Kreisebene abgeglichen. In Anlehnung an die Kinderbildungsgesetze in Niedersachsen und Bayern werden zusätzliche Personalstunden für Kita-Kinder mit Behinderungen oder mangelnden Deutschkenntnissen angesetzt.

In NRW verfügen demnach gerade mal sechs Prozent aller Kitas über ausreichend Personalressourcen gemäß dieser fachlichen Empfehlung für eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (Personalausstattungsquote 1). Weitere 25 Prozent der Einrichtungen erreichen immerhin eine Quote von 81 bis 99 Prozent. In rund der Hälfte der Kitas gibt es eine Personalausstattungsquote von unter 0,8, sie verfügen somit über weniger als 80 Prozent der empfohlenen Personalressourcen. Etwa jede Siebte liegt unter dem Wert von 0,6.

Die Autorinnen der Studie sehen für das bevölkerungsreichste Bundesland noch Handlungsbedarf, um die Startchancen von sozial benachteiligten Kindern schon früh zu fördern. In Nordrhein-Westfalen spricht in 42 Prozent der Einrichtungen mehr als ein Viertel der Kinder nicht Deutsch in der Familie, wie es hieß. Hier sei zusätzlicher Personaleinsatz für Sprachangebote wichtig.

Gut aufgestellt sind die Kitas hingegen bei der Inklusion. 63 Prozent der Kitas werden demnach von Kindern mit Behinderungen besucht. Mit zunehmendem Anteil an Kindern mit Eingliederungshilfe pro Einrichtung steige die Personalausstattungsquote in Nordrhein-Westfalen entsprechend, hieß es. In Einrichtungen mit hohen Anteilen an Kindern mit Eingliederungshilfe stünden mehr Personalressourcen zur Verfügung, als es der Aufschlag von 0,17 Personalstunden pro Betreuungsstunde dieser Kinder in der Berechnung der Personalausstattungsquote vorsehe.

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