Laut einer Studie beeinflussen Grundschulkinder sich gegenseitig beim Kauf von Snacks. Wählten Kinder zwischen verschiedenen Snacks wie Schokokeksen oder Apfelscheiben in Zweiergruppen, kauften sie häufiger ungesündere und günstigere Snacks, als wenn sie alleine waren. Die Kinder nahmen wohl an, so bei den Gleichaltrigen cooler zu wirken, vermuten Ernährungswissenschaftlerinnen der Universität Bonn als Erklärung laut einer Mitteilung am Freitag.
Die Ergebnisse der Studie zeigten außerdem, dass Konformität in dieser Altersgruppe eine große Rolle spiele. Oft wurden von beiden Kindern die gleichen Snacks gekauft. Zweiergruppen ohne gleiche Kaufpräferenzen entschieden sich häufig, dass beide gar keine Snacks kauften. Marken waren dagegen für die Kinder kein entscheidendes Kaufkriterium.
Die Forschenden wollen Kaufentscheidungen der Kinder verstehen, damit sie dazu gebracht werden können, gesündere Produkte zu wählen. Jedes siebte Kind zwischen sechs und zwölf Jahren in Deutschland sei übergewichtig. Laut Wissenschaftlerin Stefanie Landwehr verfügen bereits Kinder im Grundschulalter durch Taschengeld und Geldgeschenke über eine erhebliche Kaufkraft. Damit entschieden sie eigenständig auch über den Kauf von Süßigkeiten.
An der Studie nahmen 130 Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren Teil. Sie füllten einen kindgerechten Fragebogen zu Ernährung aus und erhielten Geld für ein Kaufexperiment, bei dem sie zwischen verschiedenen Snacks zu verschiedenen Preisen wählen konnten. Eine Hälfte der Kinder kaufte alleine, die andere in Paaren. Die Studie ist in der Zeitschrift “Appetite” veröffentlicht.