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Studie: KI verstärkt Rollenbilder

Künstliche Intelligenz (KI) festigt laut einer Studie traditionelle Geschlechterklischees. So verbinde die Technologie beruflichen Erfolg bei Männern deutlich häufiger mit Führung und Innovation, während sie bei Frauen soziales Engagement und Teamarbeit hervorhebe, teilte das baden-württembergische Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mit. Die Studie steht im Mittelpunkt des neuen „GesellschaftsReport BW 2025“ des Ministeriums.

Die Autoren des Berichts führten zwei Forschungsexperimente durch. Diese zeigten, dass selbst moderne KI-Systeme wie ChatGPT stereotype Muster reproduzieren. Bei Empfehlungsschreiben für IT-Berufe schlägt die KI demnach bei gleichen fachlichen Fähigkeiten Männer öfter für verantwortungsvolle Positionen vor. Frauen werden hingegen eher als „wertvolle Mitarbeitende“ bezeichnet. „Subtile Verzerrungen können Karrieren beeinflussen“, warnte Staatssekretärin Ute Leidig (Grüne).

Der Bericht zeigt der Mitteilung zufolge jedoch auch, wie KI die Gleichstellung fördern kann. In der Medizin hilft sie, geschlechtsspezifische Gesundheitsrisiken etwa bei Herzinfarkten oder Brustkrebs früher zu erkennen. Spezielle Anwendungen schützen Frauen vor Hassrede im Internet oder unterstützen Gründerinnen. Zudem können Programme in Unternehmen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufdecken.

Die Landesregierung plant eigene Maßnahmen, um Diskriminierung durch KI zu verhindern, etwa bei der Personalsuche oder durch die gezielte Förderung von Frauen in technischen Berufen. Leidig erklärte, das Ziel sei eine digitale Zukunft, die allen Menschen nütze und die Demokratie stärke. (3005/21.11.2025)