Eine Ablehnung für den Job aus Altersgründen, eine verantwortungsvolle Aufgabe, die man der jungen Kollegin nicht zutraut. Die Antidiskriminierungsbeauftragte ruft dazu auf, gegen Altersdiskriminierung vorzugehen.
Laut einer Untersuchung haben rund 45 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal Altersdiskriminierung erlebt. Bei den über 65-Jährigen sei es jeder dritte Befragte gewesen, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten repräsentativen Umfrage. Die Untersuchung wurde vom Meinungsforschungsinstitut GMS im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt.
Der Umfrage zufolge erlebten die Betroffenen vor allem im Arbeitsleben Benachteiligung: 39 Prozent berichten demnach von Altersdiskriminierungen im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit. 27 Prozent der Befragten erlebten Altersdiskriminierung im Gesundheitsbereich, 24 Prozent bei Geschäften und Dienstleistungen. Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt haben laut Untersuchung 22 Prozent der Befragten erlebt. Auch die Digitalisierung führte laut Befragten zu Benachteiligungen (11 Prozent).
Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, erklärte dazu, die Umfrage zeige, dass das Problem der Altersdiskriminierung größer sei, als es “uns bislang bewusst ist”. Es betreffe ältere, aber auch jüngere Menschen. Zwar sei Altersdiskriminierung gesetzlich verboten, aber das wisse kaum jemand.
Ataman forderte ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Altersdiskriminierung: “Wir müssen über die negativen Altersbilder in unserer Gesellschaft reden: Noch immer glauben Menschen, ältere Kollegen am Arbeitsplatz seien eine Belastung. Das ist Unsinn und schadet der Wirtschaft.”
Für die repräsentative Befragung wurden den Angaben zufolge rund 2.000 Menschen in Deutschland in der Zeit vom 11. bis zum 16. März befragt.