Umwelt- und Gesundheitskosten des deutschen Ernährungssystems belasten Wirtschaft und Gesellschaft in Milliardenhöhe. Das zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie unter dem Titel „Die versteckten Kosten der Ernährung“ des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die die Umweltschützer, die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und die Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen am Dienstag in Hamburg vorstellten. Sie fordern von Politik und Unternehmen Maßnahmen für eine gesunde Ernährung und eine ökologisch verträgliche Lebensmittelproduktion und damit eine Entlastung der Gesellschaft von den derzeitigen Kosten.
Allein bei der Fleischerzeugung in Deutschland würden Kosten durch Umwelt- und Klimaschäden in Höhe von rund 21 Milliarden Euro pro Jahr entstehen – verursacht etwa durch Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung und die Luftbelastung mit Feinstaub und Schadstoffen. Hinzu kämen gut 16 Milliarden Euro Gesundheitskosten durch übermäßigen Konsum von sogenanntem rotem Fleisch, Schinken und Wurst, der die Risiken für Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Typ-2-Diabetes erhöhe.
Die Folgen des zu hohen Zuckerkonsums belasteten das deutsche Gesundheitssystem laut Studie mit weiteren knapp 12 Milliarden Euro jährlich. Ein zu hoher Zuckerkonsum könne zu Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck, Karies und Parodontose führen.
Die sogenannten externen Umwelt- und Gesundheitskosten des Ernährungssystems würden dabei nicht von den Verursachenden getragen und schlügen sich auch nicht in den Verbraucherpreisen nieder, hieß es. Wirtschaft, Sozialversicherungen und die Steuerzahlenden würden jährlich mit den hohen Milliardenbeträgen belastet.
Die Beteiligten fordern unter anderem, dass Supermärkte Verbraucherinnen und Verbrauchern gesunde, ökologisch erzeugte Produkte anbieten, statt für Billigfleisch zu werben. Eine andere Forderung lautet, dass die Bundesregierung klimafreundliche Lebensmittel von der Mehrwertsteuer befreien sollte.