Je besser Paare über die finanziellen Auswirkungen der Elternzeit informiert sind, desto gerechter verteilen sie diese einer Studie zufolge untereinander. Viele wüssten nicht von den Einkommensnachteilen für Mütter bei langer Elternzeit, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Mittwoch in Wiesbaden mit. Da Mütter oft eine längere Elternzeit nehmen als Väter, sind die finanziellen Nachteile und auch die beruflichen Aufstiegschancen bei Frauen schlechter.
Mit dieser Information teilten Studienteilnehmer eine 14-monatige Elternzeit für ein fiktives Paar gleichmäßiger auf als diejenigen, die die Information nicht erhielten. Befragt wurden für die Studie den Angaben zufolge rund 1.500 Personen in den Jahren 2019 und 2020. Erschienen sind die Ergebnisse der Forschenden aus Tübingen im Fachmagazin “Gender & Society”.
Die Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen beeinflussen demnach Jüngere, noch Kinderlose, weniger. Das kann aus Sicht der Forscher auch daran liegen, dass sie noch nicht oder nicht so stark mit Elternschaftsnormen konfrontiert sind als Ältere. Wie die Information wirkt, hänge jedoch auch damit zusammen, wie glaubwürdig die Quelle eingeschätzt wird.