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Studie: Bevölkerung in Niedersachsen kaum wachsend und immer älter

Niedersachsen muss sich bis 2040 auf eine stark alternde Bevölkerung einstellen. Insgesamt wächst im Bundesland von 2020 an betrachtet die Bevölkerung nur schwach um 0,1 Prozent, wie die Bertelsmann Stiftung am Dienstag in Gütersloh mitteilte. Der Anteil der Menschen im Alter über 65 Jahre an der Gesamtbevölkerung steigt aber von 22,3 Prozent in 2020 auf 28,6 Prozent in 2040, wie sich aus der Bevölkerungsvorausberechnung des Datenportals „Wegweiser Kommune“ der Stiftung ergibt.

Die Entwicklungen stellten die Kommunen vor große Herausforderungen, hieß es, wenn es zum Beispiel um Betreuungseinrichtungen für Hochbetagte gehe. Zudem wirkten sie sich auf die Alterssicherung aus, da die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter rückten. „Die Prognose zeigt, dass die Anzahl der Personen in den ersten Jahrgängen des Rentenbezugs bis zum Jahr 2036 auf rund 1.682.060 stark ansteigt“, teilte die Stiftung mit. Im Jahr 2020 waren
es noch rund 1.207.450 der 65- bis 79-Jährigen. Die Altersgruppe werde 2040 knapp 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Auch die Zahl der über 80-Jährigen nehme ab 2027 deutlich zu. Ihr Anteil werde im Jahr 2040 in Niedersachsen bei 9,3 Prozent und damit gut zwei Prozent über dem von 2020 liegen. Dabei entwickeln sich den Daten zufolge Regionen unterschiedlich. In Salzgitter (9,1 Prozent) unter den Städten und im Landkreis Emsland (5,4 Prozent) unter den Landkreisen nehme die Gesamtbevölkerung am stärksten zu. In Braunschweig (-9,7 Prozent) und im Landkreis Lüchow-Dannenberg (6,3 Prozent) sinke sie am deutlichsten.

Die Alterung zeigt sich auch an der Entwicklung des Medianalters, also dem Alter, das die Bevölkerung in eine ältere und eine jüngere Hälfte teilt. In Niedersachsen ist mit einem Anstieg
des Medianalters innerhalb von zwei Jahrzehnten um etwa ein Jahr von 46,7 auf 47,6 Jahre
zu rechnen.