Stromausfall: Besserer Schutz für behinderte Menschen gefordert

Nach dem Stromausfall in Berlin fordert der Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen verbindliche Krisenpläne und barrierefreie Kommunikation, um lebensbedrohliche Risiken zu vermeiden.
Stromausfall: Besserer Schutz für behinderte Menschen gefordert
Stromausfälle machen die Verwundbarkeit von Menschen mit Behinderungen deutlich - Imago / Mauersberger
Der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen fordert nach dem mehrtägigen Stromausfall verbindliche Krisen- und Notfallpläne für die vulnerable Gruppe. Kälte, Dunkelheit und der Wegfall der Kommunikationswege träfen Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise, erklärte der Vorsitzende des Landesbeirats, Thomas Seerig. Der Ausfall etwa von elektrischen Hilfsmitteln könne teilweise zu akuten und lebensbedrohlichen Gefährdungen führen. Der Landesbeirat verlangt unter anderem eine barrierefreie Krisenkommunikation. Diese solle etwa in Leichter Sprache oder Gebärdensprache verfügbar sein. Pflege- und Assistenzdienste sollten besser auf längere Stromausfälle vorbereitet werden. Außerdem will der Landesbeirat, dass Behindertenvertretungen verbindlich an der Krisenvorsorge und dem Katastrophenschutz beteiligt werden.

Stromausfall und Gesundheit: Lebenswichtige Geräte sichern

Auch eine sichere Notstromversorgung für Menschen, die auf teils lebenswichtige elektrische Hilfsmittel angewiesen sind, sei eine Lehre aus dem Stromausfall. Der Tagesspiegel hatte etwa vom Fall eines 68-Jährigen mit Amyotropher Lateralsklerose berichtet, der zu Hause künstlich beatmet wurde. Aufgrund des Stromausfalls sei es beinahe zum Erstickungstod gekommen. Nach einem Brandanschlag waren rund 45.000 Haushalte im Südwesten der Stadt von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Versorgung konnte nach rund 100 Stunden wiederhergestellt werden. Der Generalbundesanwalt geht mutmaßlichen Bekennerschreiben einer linksextremen „Vulkangruppe“ nach.

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