Straßenzeitung “fiftyfifty” sieht Existenz gefährdet

Auch Straßenzeitungen bleiben vom Auflagenschwund nicht verschont: “fiftyfifty” aus Düsseldorf sieht sich stark bedroht. Digital-Abos helfen nur bedingt.
Straßenzeitung “fiftyfifty” sieht Existenz gefährdet
Die Obdachloisenzeitung "fiftyfifty" leidet unter Auflagenschwund
Imago / Michael Gestettenbauer

Die Obdachlosen- und Straßenzeitung „fiftyfifty“ sieht sich in ihrer Existenz bedroht. Die Auflage sei von früher etwa 40.000 Exemplaren im Monat auf nur noch rund 12.000 verkaufte Exemplare im Januar gesunken, erklärte der Trägerverein in Düsseldorf. Ohne die Erlöse aus dem Verkauf der Zeitung drohe Projekten wie „Tierärzte für Straßenhunde“ und „Housing First“ die Einstellung. Zur Unterstützung der Print-Ausgabe sei es möglich, ein „Digital-Soli-Abo“ abzuschließen.

Das Digital-Abo könne aber nur als Ergänzung zum Kauf der Print-Ausgabe dienen, hieß es. Denn den Obdachlosen selbst helfe nur eine Ausgabe aus Papier. Der Verkauf der Zeitung stabilisiere die an den Rand gedrängten Menschen - unter anderem durch den regelmäßigen Kontakt zu einer bürgerlichen Zielgruppe oder durch die Tagesstruktur, die der Verkauf biete, erklärte der Verein. Hinzu komme, dass durch das regelmäßige Abholen der Zeitung in der Sozialberatung ein therapeutisch wirksamer Kontakt zu den Obdachlosen entstehe, der eine Vermittlung in Hilfsmaßnahmen ermögliche.

Wo "fiftyfifty" verkauft wird

Der Verein fiftyfifty ist Herausgeber der gleichnamigen, monatlich erscheinenden Straßenzeitung. Erstmals erschien die „fiftyfifty“ im April 1995.

Das Straßenmagazin feierte im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Das Verkaufsgebiet erstreckt sich neben Düsseldorf auch auf die Nachbarstädte Duisburg und Neuss sowie auf das Bergische Land, Bonn, Essen, Mönchengladbach.

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