Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät den Bürgern, im Winter die Radon-Konzentration in ihren Wohnungen zu messen. In der kalten Jahreszeit blieben Fenster und Türen oft geschlossen und es gelange weniger Frischluft ins Gebäude, erklärte das Bundesamt am Donnerstag. Schadstoffe wie das radioaktive Gas Radon könnten sich dann stärker anreichern als im Sommer.
Radon kommt überall in der Umwelt vor. Es entsteht als eine Folge des radioaktiven Zerfalls von Uran. Vom Boden aus kann es in Gebäude gelangen. Dort erhöht es das Lungenkrebsrisiko der Bewohner. Dem BfS zufolge sind etwa sechs Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs nach aktuellen Erkenntnissen auf Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zurückzuführen.
„Erhöhte Radon-Werte in Wohnräumen sind ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko“, betonte Bernd Hoffmann, Radon-Experte beim BfS. „Auch wenn die meisten es nicht wissen: Knapp zwei Millionen Menschen leben mit erhöhten Radon-Werten in ihrer Wohnung. Das heißt, mit Radon-Konzentrationen von über 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft.“
Ob die Werte in der eigenen Wohnung erhöht sind, lasse sich durch eine Radon-Messung ermitteln. Sogenannte passive Radon-Messgeräte – kleine Plastikbehälter, die weder Licht noch Geräusche aussenden und keinen Strom benötigen – seien dafür die einfachste Möglichkeit. Sie seien bei verschiedenen Anbietern erhältlich.
Die Messgeräte sollten im Wohnzimmer und im Schlafzimmer aufgestellt werden, hieß es weiter – „also in den Räumen, in denen man am meisten Zeit verbringt“. Wer viel im Homeoffice arbeite, könne auch den privaten Büroraum in die Messung einbeziehen:
„Man stellt die Geräte selbst in der Wohnung auf und schickt sie nach Ende der Messung an den Anbieter zurück, der sie auswertet und das Ergebnis mitteilt.“
Eine optimale Radon-Messung dauert ein Jahr. „Wer nicht so lange warten möchte, sollte die kalte Jahreszeit für eine Radon-Messung nutzen“, sagte Hoffmann. „Wenn die Radon-Werte im Winter niedrig sind, kann man recht sicher sein, dass sie es im Sommer auch sind“, sagte der Experte. „Wenn klar ist, dass der Jahresdurchschnitt über 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft liegt, sollte man sich damit auseinandersetzen, wie sich die Radon-Konzentration senken lässt.“
Als mögliche Sofortmaßnahmen empfiehlt das BfS regelmäßiges Stoßlüften, um die radonhaltige Luft drinnen gegen frische Luft von draußen zu tauschen. In vielen Fällen helfe es auch, das Haus besser gegen den Boden abzudichten: „Es gibt ganz klassische Eintrittsstellen, die man selbst erkennen kann: Das können Rohrdurchführungen für Versorgungsleitungen sein, aber auch sichtbare Risse in Bodenplatte oder Kellerwänden.“