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Strafverfolgung: Fast jeder zweite Verurteilte ohne deutschen Pass

Im Jahr 2024 sind in Baden-Württemberg 97.300 Personen gerichtlich verurteilt worden. Das sei ein Anstieg um 880 Fälle oder 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen, teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mit. Auffällig ist den Statistikern zufolge der Rückgang bei Jugendlichen (-5,7 Prozent) und Heranwachsenden (-8,2 Prozent), während bei den Erwachsenen eine Zunahme von 1,7 Prozent zu verzeichnen war.

Fast die Hälfte der Verurteilten hatte demnach keinen deutschen Pass. Während die Verurteilungen bei Deutschen um 2,6 Prozent sanken, stiegen sie bei Nichtdeutschen um 5,1 Prozent. Männer waren mit knapp 82 Prozent der Verurteilungen deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Verkehrsdelikte machten mit 26,4 Prozent den größten Anteil der Urteile aus, gefolgt von Diebstahlsdelikten (17,2 Prozent) und Betrugsfällen (13,3 Prozent). Die Zahl der Drogendelikte sank um 44 Prozent, was laut den Statistikern mit der Legalisierung von Cannabis im April 2024 zusammenhängen dürfte.

Gewaltdelikte nahmen erneut zu (+9,6 Prozent), insbesondere gefährliche Körperverletzungen, die 70 Prozent aller Gewalttaten ausmachten. Rund 43 Prozent der Verurteilten waren Wiederholungstäter. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden betrug der Anteil der Rückfalltäter knapp 38 Prozent. (3001/21.11.2025)