Artikel teilen:

Stiftung: Zu wenig Inklusion am Arbeitsmarkt in Niedersachsen

Die Aktion Mensch Stiftung sieht weiteren Nachholbedarf bei der Inklusion am Arbeitsmarkt in Niedersachsen. Nach wie vor beschäftige mehr als ein Viertel der dazu verpflichteten Betriebe in Niedersachsen keine Menschen mit Behinderung, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Zwar sei die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ebenso gesunken wie die Arbeitslosenquote, Trotz dieser positiven Entwicklung würden Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt aber weiterhin strukturell diskriminiert.

Nicht nur konjunkturelle Schwankungen, sondern vor allem eine unzureichende Einstellungsbereitschaft von Unternehmen stünden einer wirklichen Verbesserung entgegen, hieß es. Insgesamt zeichnet das elfte „Inklusionsbarometer Arbeit“ der Aktion Mensch Stiftung und des Handelsblatt Research Institutes ein gespaltenes Bild für Niedersachsen. Zwar hat sich die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung im Bundesland im vergangenen Jahr um rund vier Prozent auf 12.793 reduziert, doch die Erholung währte nur kurz. Seit Februar 2023 liegt der Wert wieder höher als im Jahr 2022.

Entscheidend für die Zukunft der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt sei die Bereitschaft der Arbeitgeber, einzustellen, hieß es. Annähernd 17.000 Unternehmen sind gesetzlich dazu aufgefordert, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze in Niedersachsen an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Der Anteil derjenigen, die alle Pflichtarbeitsplätze besetzen, liege jedoch bei nur rund 37 Prozent. Keinerlei Menschen mit Behinderung beschäftige dagegen noch immer mehr als jedes vierte Unternehmen.