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Sternsinger: Kürzungen in HIV-Hilfe treffen Kinder besonders

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ warnt vor den Folgen der Mittelkürzungen in der globalen HIV-Prävention und Behandlung, vor allem für Kinder. „HIV und Aids gefährden nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Recht auf Bildung und ein Leben frei von Ausbeutung“, sagte Bärbel Breyhan, Gesundheitsexpertin des katholischen Kindermissionswerks, zum Welt-Aids-Tag am Montag in Aachen. Die Kürzungen gefährdeten jahrelange Bemühungen und bedrohten die Versorgung. Die „Sternsinger“ befürchten eine „dramatischen Verschlechterung“ der Gesundheit von Kindern mit HIV und Aids.

Vor allem der Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Auflösung der Entwicklungshilfe-Agentur USAID würden den Zugang zu Behandlung und Prävention massiv gefährden, erklärte die katholische Organisation. Auch Deutschland spare bei den Mitteln für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria: von 2026 bis 2028 werde eine Milliarde Euro bereitgestellt und damit 300 Millionen Euro weniger als bisher.

Weltweit leben laut UNAIDS, dem Programm der Vereinten Nationen gegen HIV und Aids, knapp 41 Millionen Menschen mit HIV, rund 1,4 Millionen davon sind Kinder. Etwa zwei Drittel aller HIV-Therapien würden von den USA abhängen, erklärten die Sternsinger. Auch UNAIDS könnte wegen mangelnder Ressourcen bis Ende 2026 abgewickelt werden.

„Das Wegbrechen internationaler Mittel in der Gesundheitsförderung trifft im Besonderen die Kinder“, betonte Breyhan. Wenn Mädchen und Jungen ihre Eltern durch Aids verlieren, seien sie besonders gefährdet, in Kinderarbeit zu geraten. Die Organisation befürchtet zudem, dass Schwangere keine ausreichenden Medikamente mehr erhalten werden, die auch eine HIV-Übertragung auf ihre Kinder verhinderten. Die Caritas, die in Togo Gesundheitszentren betreibt, berichte bereits von Todesfällen durch Behandlungsunterbrechungen. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Gesundheitssysteme leide.