Der 24-Jährige, der am 7. März das israelische Generalkonsulat in München angegriffen haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den jemenitischen Staatsangehörigen sei am Mittwoch Haftbefehl erwirkt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Vorgeworfen werde dem Mann die Störung des öffentlichen Friedens, der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Aufgrund der besonderen Bedeutung des Falles hat der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen übernommen.
Motiv: Mutmaßlich Antisemitismus
Der Beschuldigte soll am 7. März mehrere faustgroße Steine gegen die Fassade des Generalkonsulats geworfen und „Allahu Akbar“ gerufen haben. Den herbeigeeilten Polizeibeamten habe er zu verstehen gegeben, dass er Sprengstoff mit sich führe und viele Menschen töten wolle, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Bei der Festnahme soll er die Polizeibeamten getreten haben, verletzt worden sei jedoch niemand. Die Beamten hätten den Beschuldigten jedoch nur unter „erheblichem Kraftaufwand“ festnehmen können. Spezialkräfte der Polizei hätten schließlich eine Gefahrenlage ausschließen können.
Erinnerung an Anschlag in München 2024
An der Fassade des israelischen Generalkonsulats sei ein Sachschaden von rund 1000 Euro entstanden. Der Beschuldigte befindet sich derzeit in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Vorfall hatte Erinnerungen an den 5. September 2024 wachgerufen, als der 18-jährige Österreicher Emrah I. am israelischen Generalkonsulat in München aus Hass auf Israel mehrere Schüsse abgegeben hatte. Die Polizei tötete den Angreifer. In direkter Nähe zum Generalkonsulat befinden sich das NS-Dokumentationszentrum und das Amerika-Haus.
